Die geschichtliche Entwicklung der Gemeinde Amshausen




Da ich denke, dass Ihr nicht gleich alles lesen werdet, hier die Unterrubriken:


[AMSHAUSEN - Bergland und Ebene (Die Geschichte mal kurz gefasst)]
[Die Denkmäler in Amshausen]
[Bemerkung: Berichte von ca. 1982 (- von mir geschätzt -)]

[Vorgeschichte]
[Frühgeschichtliche Siedlungen auf Amshausener Boden]
[Die hagenfreien Bauern]
[Schriftliche Zeugnisse der Besiedlung in Amshausen]
[Das Heuerlingswesen]
[Mittelalterliche Bodendenkmäler in Amshausen]
[Die Krisenjahre des 19. Jahrhunderts]
[Der allmähliche Aufstieg der Landwirtschaft]
[Das Aufblühen der Industrie]
[Amshausen im Zweiten Weltkrieg]
[Die Nachkriegszeit]
[Die fünfziger und sechziger Jahre]
[Bemerkung: Berichte nur bis 1973, wo Amshausen noch ein eigenes Dorf war!]






AMSHAUSEN - Bergland und Ebene


Nach der ältesten Namensform "Ameshuson" schon 800 v. Chr. ein Urdorf?

Die Gemeinde Amshausen umfaßt vom Hauptkamm des Teutoburger Waldes herunter Bergland und Ebene, begrenzt von Steinhagen, Brockhagen, Künsebeck, Ascheloh, Dornberg und Hoberge-Uerentrup. Aus zwei landschaftlich schönen Tälern des Osnings, durch die Talwasserscheide bei der Gaststätte "Friedrichshoehe" getrennt, fließen der Landbach und Pfotenbach durch schmale Wiesenstreifen in Richtung Ems. Durch mehr als sechstausend Jahre kann die Verwandlung der Landschaft und seiner Bewohner verfolgt werden, wenn aus der Urzeit auch nur wenig bekannt ist. Bereits vor Christi Geburt haben hier Jäger der Steinzeit gesiedelt. In der vorchristlichen Bronze- und Eiszeit wurden die heute noch vorhandenen Hügelgräber angelegt.



Nach der ältesten Namensform "Ameshuson" läßt sich schließen, daß schon um 700 bis 800 vor Chr. ein Urdorf bestanden het. An den Quellen und dem Lauf des Pfotenbaches mögen die ersten Höfe entstanden sein. Nach dem ältesten Heberegister der Abtei Herford aus dem 12. Jahrhundert mußten die Bauern jährlich ihre Abgaben an Korn, Schafe, Schweine und auch Honig über den Bußberg nach dem Meierhofe zum Gottesberg in Isingdorf bringen. Vermutlich vom 12. Jahrhundert an folgte unter dem Hagenrecht und damit ein neuer Zuzug von Siedlern. Um 1550 werden schon fünfundzwanzig "eigenhörige" Bauern genannt.

Die Zahl der Einwohner mag von 1500 bis 1700 von etwa 200 auf etwa 300 gestiegen sein. Die Bauern errichteten in dieser Zeit auf ihrem Grunde Kotten für Weber und Spinner, die vertragsmäßig als Heuerlinge dienten. Seit 1757 hielten sich die Bauern für ihre Kinder einen Handwerkerlehrer. Um 1821 war die Einwohnerzahl bereits auf mehr als 500 gestiegen. Das änderte sich wieder mit dem Niedergang des Textilheimgewerbes.

Der Kulturzustand des Bodens hatte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts kaum verändert. Ackerbau und Viehzucht betrieb man noch nach altbewährter Weise, wenn auch Stallfütterung und Futterkräuter nichts Neues mehr waren.

Etwa um 1890 setzte mit dem Aufblühen der Industrie und dem Bau der Eisenbahn 1886 lawinenartig eine Wandlung der sozialen Verhältnisse ein. Der Sandboden erhielt durch den Kunstdünger erhöhten Wert. Dampfzüge zerstörten die Heide, Moraste wurden zu saftigen Wiesen. Ein Kalkwerk fraß sich in den Jakobsberg, ein Sägewerk und die Brennerei Jückemöller streckten ihre Schornsteine über Fichtenforste. Häuser von Industriearbeitern wuchsen in den Heideflächen und dem Sandland in der Nähe des Bahnhofs. Von dieser Wandlung blieb das Bergland mit seinen Tälern unberührt.

Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde die wirtschaftliche Weiterentwicklung gehemmt. 43 Gefallene und Vermißte waren in der Gemeinde zu beklegen. Eine noch größere Veränderung des Gemeindebildes erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg. Das letzte Ödland, die unfruchtbare Hasenheide, wurde Industriegelände.Neben den vorhandenen Jückemöller, Möbelfabrik Piel, Kalkwerk Teitoburg, kamen das Werk Hörmann, Stahlbau-Müller, Sägewerk Dröge, Kessel- und Behälterbau Czernik und einige kleinere Betriebe nach Amshausen. Aber auch Einzelhändler und Gastwirte ließen sich hier nieder und immer mehr Siedlungs- und Wohngelände wurde erschlossen.

Durch den Zuzug von Vertriebenen war die alte Schule zu klein geworden. So entstand 1950 eine neue vierklassige Schule unterhalb der Bundesstraße. Es war der erste im Kreis Halle errichtete Schulneubau nach dem Kriege.

Die alte Schule, heute "Berghotel Dröge" wurde an die Industriegewerkschaft Bergbau verkauft und in eine moderne Schulungsstätte für Gewerkschaftsmitglieder umgewandelt. Mit der Fertigstellung des Feuerwehrhauses wurde 1953 endlich auch für die Freiwillige Feuerwehr eine neue Unterkunft geschaffen. Eine stetige Aufwärtsentwicklung erfuhr der Turn- und Sportverein Amshausen, also mußte ein Sportplatz her. Der bisherige Platz an der Gaststätte "Friedrichsruh" entsprach in keiner Weise mehr den Erfordernissen. 1955 wurde der neue Platz dem Verein übergeben.

Im selben Jahr wurde mit den Bauarbeiten für die Siedlung "Rote Erde" begonnen. Mehr als 70 Häuser wurden hier errichtet. Mit dem Wachsen der Gemeinde wurde ein Schulerweiterungsbau zwingende Notwendigkeit. Im Oktober 1962 entstand er nach modernsten Gesichtspunkten. Eine neue Turnhalle bekamen die Amshausener ein Jahr später. "Auch die langersehnte Entwässerung wird endlich fertig", freute sich der damalige Bürgermeister, Heinrich Ellermann.


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Die Denkmäler in Amshausen

Als Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges hat das alte Amshausener Denkmal im ehemaligen Ortskern von Amshausen neben dem Berghotel Dröge, der einstigen Schule, ausgedient. Seine Funktion wurde auf das Denkmal neben der Grundschule übertragen.Recht verwahrlost ist der Anblick des Gebildes, dessen Fundament aus Natursteinen gemauert mit allen vier Seite ausladend vorgestreckten Füßen dasteht. Auf dem ebenfalls aus Natursteinen gefertigten Quader befinden sich eine große und drei kleine Tafeln. Auf dem Quader wiederum steht eine aus Feldsteinen gemauerte Pyramide mit einem auf der Stirnseite abgebildeten, vermutlich in Beton gearbeiteten Stahlhelm. Auf der Spitze eine Adlerplastik, sitzend auf einem Findling. Der Adler schaut zwar wachsam, keinesfalls jedoch angreiferisch oder aggressiv wirkend von seinem erhöten Standpunkt aus ins Land.

Den Erzählungen nach hat sich auch hier der Kriegsverein nach dem Ersten Weltkrieg für die Errichtung des Ehrenmals stark gemacht. Freiwillige führten die Arbeiten aus und die Bauern trugen Steine für die Pyramide zusammen.

Die große Vorderseite des gemauerten Quaderblocks trägt die Aufschrift: "Und wer den Tod im heiligen Kampfe fand, ruht auch in fremder Erde im Vaterland. Zum ehrenden Gedenken, Gemeinde Amshausen."

Im Fundament ist eine weitere, auf den Abbildungen nicht sichtbare kleine Platte mit der Inschrift: Die Helden Tod, das Volk in Not". Die Großschreibung des Wortes "Tod" gilt als unverständlich. Die Namen der Gefallenen sind in drei anderen Tafeln eingemeißelt - zwölf Namenszüge mit Regiments- und Todesdatumsangabe pro Tafel.

Das Amshausener Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges In der Nähe der Grundschule Amshausen steht das neuere Ehrenmal
Das Amshausener Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges


In der Nähe der Grundschule Amshausen steht das neuere Ehrenmal




Am Sonntag, dem 9. Oktober 1960, wurde in einem parkähnlichen Terrain, das durch einen Zaun von der Grundschule abgegrenzt wird, das neue Ehrenmal in Amshausen eingeweiht. Eine gemauerte Steinwand, die sich wie ein aufgestelltes, geöffnetes Buch wölbt, trägt auf der Innenseite halbplastische Kreuzdarstellungen. Am Fuße der Wand befindet sich auf einem niedrigen Sockel eine umkränzte bronzene Opferschale, in der ein ewiges Feuier brennt, gespeist durch einen unterirdisch angebrachten Petroleumbehälter. Links und rechts vom Mahnmal sind je drei Steingebilde aufgestellt, die vom Künstler absichtlich in verschiedenen Größen gehalten wurden. Auf ihnen werden in der Reihenfolge Namen der Vermißten des Ersten Weltkrieges, der Toten (auch der Frauen und Kinder) und Zweiten Weltkrieges aufgeführt.

Die feierliche Einweihung erfolgte unter reger Anteilnahme der Bevölkerung. Gäste kamen aus dem gesamten Kreise Halle. Bildhauer Bernd Hartmann aus Linteln enthüllte das steinerne Buch und übergab es Bürgermeister Heinrich Ellermann. In seiner Rede betonte dieser unter anderem, daß das Mahnmal für die Toten mahnen und erinnern soll an die furchtbaren Folgen des Weltkrieges. Es soll aufrütteln zum Kampf für den Frieden und zur Verachtung des Krieges.

Im Laufe der Zeit erfuhr das Mahnmal noch eine geringfügige äußere Veränderung: die auf einem kleinen Sockel befindliche Opferschale mit der ewigen Flamme wird auf einem neuen Steinblock angebracht, denn durch ihre erdnahe Lage ist sie durch immer wieder einsetzende Verschmutzung bedroht. Das "ewige Feuer" schmilzt bis auf einen zum Totensonntag brennenden Rest zusammen. Außerdem scheint an der Schale selbst kein Ablauf für Regenwasser eingearbeitet zu sein, so daß sie eher als Vogeltränke dient.


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Vorgeschichte


Bereits gegen Ende der letzten Vereisungsperiode, also vor ca. 10.000 Jahren, müssen Menschen in unserem Raum gelebt haben, denn man hat auf Amshausener Grund - vor allem in der Nähe der beiden Bachläufe - eine Reihe von vorgeschichtlichen Zeugnissen gefunden.

So entdeckte man zum Beispiel schon vor Jahrzehnten in der Nähe von Vierschlingen, auf der Landwehrs Brede und auf einem Streifen längs des Pfotenbaches, der sich ungefähr vom Sägewerk Dröge bis zur Bahnlinie erstreckt, eine Reihe von Feuersteinwerkzeugen. Aus der Bearbeitungstechnik, die im wesentlichen im Behauen von Rohlingen bestand, konnten die Fachleute schließen, dass die Fundstücke aus der Mittleren Steinzeit (etwa 2000 bis 5000 v.Chr.) stammten.

Steinzeitliche Werkzeuge nach Zeichnungen von H. Meise
Steinzeitliche Werkzeuge nach Zeichnungen von H. Meise


Wie mögen wohl diese "Ur-Amshausener" gelebt haben? Nun, darüber können uns die Archäologen einige Auskunft geben.

Das Sammeln von Wildfrüchten und die Jagd bildeten damals die Grundlage für die Ernährung der steinzeitlichen Menschen. Man jagte das Großwild, wie Wisent oder Ren mit dem Stoßspeer oder erlegte es in Fallgruben. Infolge der zunehmenden Wiederbewaldung in der Nachsteinzeit wurde das Großwild jedoch seltener. Man war gezwungen, ihm zu folgen.

Daher waren die Menschen der mittleren Steinzeit noch nicht allzu sesshaft. Man lebte in schnell zu errichtenden Reisighütten. Das Feuer als Wärmequelle war bereits den altsteinzeitlichen Menschen bekannt. Ob es auch bereits beim Zubereiten der Nahrung verwendet wurde, ist zweifelhaft, denn man kannte noch keine Gefäße. Die Kleidung wurde aus Tierfellen hergestellt. Man hatte sie bitter nötig; denn das Klima der Nacheiszeit war noch sehr rau.

Funde aus der Jungsteinzeit sind in Amshausen ebenfalls bekannt geworden. Sie zeichnen sich durch eine Verbesserung der Steinbearbeitungstechnik aus. So fand man zum Beispiel mehrere Axtklingen, die Bohrungen zum Durchstecken von Schaften enthielten.

Wichtige vorgeschichtliche Zeugnisse in Amshausen sind auch die im Volksmund als "Hünengräber" bezeichneten Grabhügel. Die meisten davon liegen - heute noch erkennbar - in der Nähe des Schnatweges zwischen Bahnlinie und B68 in den sogenannten "Zigeunerfichten". Weitere befanden sich in der ehemaligen Deters Heide.

Die genannten Fundorte sind Teil einer Kette von Hügelgräbern, die sich längs des früheren Osning-Hellwegs erstrecken und bis in die Gegend von Paderborn reichen. Sie sind keine steinzeitlichen Zeugen im engeren Sinne mehr, sondern man rechnet sie bereits zur Bronzezeit.

Um diese Zeit, etwa 2000 bis 1000 v.Chr., waren die Menschen längst sesshaft geworden. Sie betrieben Ackerbau und Viehzucht, konnten irdene Gefäße herstellen und kannten die Bearbeitung niedrigschmelzender Metalllegierungen (Bronze). Es gab bereits Handwerker, die sich für bestimmte Tätigkeiten spezialisiert hatten. Merkwürdigerweise konnten bis heute keinerlei bronzezeitlichen Siedlungen auf Amshausener Grund nachgewiesen werden. Wo die Menschen einstmals gelebt hatten, die hier bestattet wurden, weiß man nicht.

Sicher nachgewiesen ist erst wieder eine Hausstelle aus der Eisenzeit, die etwa im 8.Jahrhundert v. Chr. Begann und sich über die Zeitenwende hinaus erstreckte. Sie liegt am Südwest-Abhang des Hengeberges zwischen den Höfen Hüllbrock und Hardeland. Hier fand man während des letzten Krieges eine Reihe von eisenzeitlichen Haushaltsgegenständen.

Unweit davon, jedoch höher zum Kamm hin gelegen, hat man eine Wallanlage entdeckt. Sie besteht aus zwei gut 200m langen Wällen, die spitz aufeinander zulaufen und somit ein großes Dreieck einschließen. Sie stammt vermutlich auch aus der Eisenzeit. Ihre Anlage an einem Schräghang und das Fehlen eines Walles zum Kamm hin geben auch heute noch einige Rätsel auf.

Aus den nachfolgenden Jahrhunderten sind bis heute nur wenige Zeugnisse menschlichen Wirkens in Amshausen gefunden worden.


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Frühgeschichtliche Siedlungen auf Amshausener Boden

Wenn wir den Beginn einer dauerhaften Besiedlung in Amshausen annähernd festlegen wollen, müssen wir wohl auf die Ortsnamenforschung zurückgreifen. Aus dieser geht hervor, dass Dörfer, deren Namen mit "hausen" enden, in dem Zeitraum von 500 bis 800 n.Chr. gegründet wurden. Meist legten einzelne Personen den Grundstein für derartige Siedlungen und gaben ihnen auch ihren Namen. In unserem Fall muss es ein Germane namens "Ami" gewesen sein.

Die erste Siedlung, die "Häuser des Ami" genannt werden kann, war recht klein. Sie bestand aus 4, höchstens 5 Hausplätzen, die versteckt wie kleine Kulturinseln inmitten der ausgedehnten Waldungen lagen. Es gibt Gründe für die Annahme, dass diese im oberen Längstal zwischen Hengeberg und Hellberg sowie am Oberlauf des Pfotenbaches lagen. Man kann daher sagen, dass Amshausen seit etwa 1200 bis 1500 Jahren besteht.


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Die hagenfreien Bauern

Eine bemerkenswerte Siedlungsperiode setzte im 11.Jahrhundert ein:

Um die Auswanderung der nichterbenden Bauernsöhne nach Osten zu verhindern, stellte der Landesherr von Ravensberg ihnen Land in seinen ausgedehnten Jagdgebieten ("Hagen") zur Verfügung. So bekam auch hier auf Amshausener Grund jeder von den neuen Siedlern für seine Familie eine "Howe" angewiesen. (Dieses war das Normalmaß des bäuerlichen Landbesitzes, das eine Familie bearbeiten und von dem sie leben konnte.)

In diese Zeit fallen Rodungen größeren Stils, von denen schon in früheren Kapiteln berichtet wurde. Der Raum im oberen Bergtal reichte bald nicht mehr aus, und die Besiedlung dehnte sich allmählich bis in die (weniger fruchtbare) Sandebene aus.

Die oben erwähnten Siedler galten als "hagenfrei". Mit dieser Einstufung waren besondere Rechte verbunden. Die freien Häger genossen Abgabefreiheit für mehrere Jahre, konnten den ihnen zugeteilten Besitz an ihre Nachkommen vererben und brauchten nur geringe Erbschaftssteuer zu entrichten. Die hagenfreien Siedler waren damit deutlich besser als die leibeigenen Bauern gestellt. Amshausen gehörte damals zusammen mit Ascheloh und Eggeberg zur Hagengemeinde Berghagen des Amtes Ravensberg.


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Schriftliche Zeugnisse der Besiedlung in Amshausen

Das erste schriftliche Zeugnis über unsere Gemeinde stammt aus dem 12. Jahr-hundert. Man findet es in den Heberegistern der Abtei Herford. Diese besaß hier in Ameshusun - so wurde der Name damals noch geschrieben - 8 Hofstellen, die dem Oberhof Meier zum Gottesberge (im heutigen Isingdorf) unterstellt und abgabenpflichtig waren. Man hatte pro Jahr abzuliefern: 1-2 Krüge Honig, 1 Schaf, 1 Schwein und 2 Scheffel Roggen. Diese Abgaben kennzeichnen die damalige bäuerliche Wirtschaft auf den Höfen. Man treibt Bienen- und Schafzucht auf den damals schon vorhandenen Heideflächen, mästet Schweine mit Bucheckern und Eicheln und erntet Roggen von den dürftigen Feldern.

Die etwas merkwürdig erscheinende Abgabenpflicht der Amshausener Höfe an Herford hängt zusammen mit der Eroberung des Sachsenlandes durch Karl den Großen und der gewaltsamen Einführung des Christentums. Es wurde eine große Zahl von Höfen beschlagnahmt, zumeist solche, deren Besitzer auf der Seite Widukinds gekämpft hatten. Einige davon, wie die Amshausener Höfe, gerieten später durch Schenkung in die Hand der Kirche.

Aus Urkunden aus dem Jahre 1335 geht hervor, dass Graf Otto III. von Ravensberg wegen arger Geldverlegenheit einige Höfe aus dem Berghagen an das Domkapitel zu Osnabrück verpfänden musste. So kam es, dass einige Amshausener Bauern auch Abgaben nach Osnabrück leisten mussten. Folgende Namen werden in der Urkunde genannt:

Godefrid ton Wishus (heute: Wissmann, Schöning)
Ludolf tor Jukemolen (Jückemöller)
Lübert tor Scammehart
Rayner ton Honlyd (Hollied, Voßmerbäumer)
Johannes Rodemann (Raumann)
Johannes ton Rysberge (Buse)
Dankmar uppen Hardelande (Hardeland)

Man erkennt daraus das hohe Alter einiger heute noch bestehender Höfe in Amshausen.


Die Zahl der Höhe vergrößerte sich im Laufe der nachfolgenden Jahrhunderte nur langsam. Erstmals wurden die Namen dieser Stätten in dem Urbar der Grafschaft Ravensberg von 1550 schriftlich fixiert. Damals gehörte "Ameßhausenn" - so wurde es nun geschrieben - zur Vogtei Halle im Amte Ravensberg.

Dort gab es insgesamt 25 Höfe, sie trugen die Namen:

Hardelandt (heute: Hardeland)
Jacob Karn (Höllbrock)
Joest Rießberg (Buese)
Raemann (Raumann)
Gercke Schirenbecke (Schierenbeck)
Hermann Dröge (Dröge)
Dellbrügge (Dellbrügge)
Johann Ruemann (?)
Johann Stüßell (Stüssel)
Peter Stüßell
Hülsegge (Hülsegge)
Hollieth (Voßmerbäumer)
Johann Buesenberg (Spiekerkötter)
Holvoß (Riewe)
Johann Baumhöder (Baumann, Vierschlingen)
Johann Schambhaerth (Brinkmann, Schlichtes Mühle)
der Jückemöller (Jückemöller)
Johann Eickrahmann (Bohnemeier, Brinkkötter)
Johann uffm Heidtlande (Meier Künsebeck 19)
die Lohehawe (Büker)
Poggenpoel (Meier 18)
Wischmann (Schöning)
Grete Drögen (?)
Tuxhorn (Diekmann)
Stockhecke (Stockhecke)

Aus dem Jahre 1692 existiert eine erneute Zusammenstellung der Amshausener Hofnamen, und zwar im Urkataster der Vogtei Halle. Hier wird auch gleichzeitig die Größe der Besitzungen und der Grad der persönlichen Abhängigkeit der Besitzer sowie der Name des Grund- und Leibherrn mitgeteilt. So lesen wir zum Beispiel:

"Balß Schierenbecke ist hagenfrei, gibt dem Kurfürsten den Zehnten". Größe 22 Moltsaat, 7 Scheffelsaat

oder:
"Jobst Poggenpohl ist dem Kurfürsten mit Weib und Kind eigen."


Freie Bauern hat es in Amshausen zur damaligen Zeit nicht gegeben (wohl aber in Halle). Die Zahl der Höhe ist inzwischen auf 37 angestiegen.


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Das Heuerlingswesen

In der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg beginnt eine neue Siedlungsaktivität. Die Bauern errichteten auf ihrem Grund und Boden Heuerlingskotten (Heuer = Miete) und stellten zur Mithilfe verpflichtete "Kötter" in ihre Dienste. Das Land, das ihnen zur Verfügung stand, reichte zur Ernährung der Familie nicht aus. Man war daher auf Nebenerwerb angewiesen; den fand man zunächst im häuslichen Spinnen während der (land)- arbeitslosen Zeit im Winter. Aufkäufer brachten die Ware ins Rheinland und nach Holland.

Von der damaligen Regierung wurde jedoch die Produktion fertiger Gewebe gefördert. Sie versprach sich höheren Gewinn davon. So kam es, dass auch die Weberei in unserem Raum Einzug hielt. Bald klapperte in fast jedem Haus ein Webstuhl. Kurfürstliche Beamte sorgten dafür, dass das gewebte Leinen, welches anfangs noch eine unterschiedliche Qualität hatte, zu einer einheitlichen Markenware wurde. Die Anforderungen wurden in einer Leggeordnung festgelegt. Auch die Preise wurden einheitlich geregelt und so die Weber vor Übervorteilung geschützt. Ein großer Teil des erzeugten Leinens wurde exportiert. Auf diese Weise entwickelte sich das Ravensberger Land zum "Spinner- und Weberland".


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Mittelalterliche Bodendenkmäler in Amshausen

Die Zeit, über die eben berichtet wurde, war jedoch unruhig und schwer. Häufig auftretende Seuchenkrankheiten rafften große Teile der Bevölkerung dahin. Am schlimmsten aber waren die kriegerischen Auseinandersetzungen im 17. Jahrhundert, die auch unser kleines Amshausen nicht verschonten. Die ständigen Truppendurchzüge, Besatzungen, Kriegssteuern, Erpressungen und Räubereien führten zur gänzlichen Verarmung der Bevölkerung.

Man versuchte sich damals durch den Bau von Landwehren vor derartigen Unbilden zu schützen. Das waren langgestreckte Wallanlagen, die auf ihrem Rücken mit undurchdringlichem Dornengestrüpp bepflanzt waren, so dass ein Durchdringen praktisch unmöglich war. Die davor liegenden Gräben konnten zum Teil mit Wasser geflutet werden.

Insbesondere zog sich eine Landwehr längs des Landbaches - der daher seinen Namen hat - vom Sürenbrink bei Jückemöller vorbei bis zur Patthorster Straße hin. Das Gebiet unterhalb des Sürenbrinkes heißt auch heute noch "Alte Landwehr". Südöstlich davon liegt die "Landwehrs Brede".

Bescheidene Reste der alten Landwehren, von denen zum Teil schon aus dem 14. Jahrhundert berichtet wird, finden wir in Amshausen an der Stelle, wo die Schierenbeeke unter dem Feldweg "Sürenbrink" hindurchfließt. (Abb.1) Auch am Hilter Weg im Waldgebiet "Seligkeit" hat man noch erhaltene Wallanlagen entdeckt.

Reste einer alten Landwehr längs des Landbaches am Sürenbrink
Abb.1: Reste einer alten Landwehr längs des Landbaches am Sürenbrink


An einigen Stellen mussten in den Landwehren natürlich Durchlässe für den Verkehr vorhanden sein. In Amshausen war eine solche beim heutigen Vierschlingen. Sie wird bereits im Jahre 1550 urkundlich erwähnt - ist aber vermutlich noch älter. Der Landbach war bereits um 900 die Grenze zwischen den Bistümern Osnabrück (Herzogtum Westfalen) und Paderborn (Herzogtum Engern). Etwa ab 1300 lag hier die Ortsgrenze des Amtes Ravensberg, das bis 1815 bestand (Gründung des Landkreises Halle/Westfalen).

Dort befand sich ein Schlagbaum, der von einem "Baumhüter" bedient wurde. Er hatte ihn regelmäßig des nachts und ansonsten bei Gefahr zu schließen und (später auch) Wegezoll zu kassieren. Über ihn steht im - schon zuvor erwähnten - Ravensberger Urbar:

"Johann Bomhöder, heger, ist ein koter, eigen Meinem Gnedigen Herrn mit wief und kindern. Gibt Seiner fürstlichen Gnaden 3 schillinge von einem marckekampe darin mag man seihen 3 schepfel roggen. Gibt sonst nit mehr. Geneust berchhager gerechtigkeit und hat forteil, das ehr ein bomhöder ist, derohalben gibt ehr wedder höner noch eigere."


Der Baumhüter war Angestellter des Landesherren und hatte deshalb nur vergleichsweise wenig jährliche Abgaben zu zahlen. Er bezog aber auch kein Gehalt. Aber dafür hatte er andere "Vorteile". Heinrich Meise schreibt dazu:

"An dem einsamen Handelswege, wo zwischen Halle und Brackwede kaum ein Haus am Wege stand, und die Wagen durch tiefen Sand mahlten, fiel manch ein Trinkgeld ab für Gefälligkeiten, für Bewirtungen, für die Unterbringung der Zugtiere und ihre Begleiter. Wie oft musste er Wagen ausbessern helfen, Vorspann heranholen, verspätete Reisende beherbergen! So wurde aus der ärmlichen Wachthütte ein "Krug", eine Notherberge, wo man "unterkriechen" konnte, und eine Gaststätte, wo regelmäßig auch Fuhrleute Rast machten."


Ihre Bedeutung als Schutzwall behielten die Landwehren bis weit ins 18. Jahrhundert hinein, insbesondere im Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763).

Ein weiteres Zeugnis aus unruhiger, kriegerischer Zeit finden wir in Amshausen auf dem Bußberg. Es ist die sogenannte "Schwedenschanze". Sie stellt eine viereckige Wallanlage dar, die unmittelbar neben der Berghütte liegt. Sie wurde errichtet, als der münstersche Bischof Bernhard von Galen im Jahre 1673 mit seinen Truppen in Ravensberg einfiel. Eine weitere Schanze, welche auf dem wertherschen Teil des Hengeberges liegt, sollte ebenfalls den Einmarsch räuberischer Krieger verhindern. Es ist anzunehmen, dass bereits damals über die kahlen Kämme des Teutoburger Waldes ein Reitweg führte.


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Die Krisenjahre des 19. Jahrhunderts

Neben dem eben schon erwähnten Siebenjährigen Krieg brachten auch die Napoleonischen Kriege (1806 - 1815) Not und Elend in unsere engere Heimat. Das Leinengewerbe litt unter der von Napoleon eingerichteten Kontinentalsperre. Außerdem wurden in England die ersten Spinnmaschinen und mechanischen Webstühle eingesetzt. Sie überschwemmten unser Land mit billigen Baumwoll- und Leinenstoffen.

Anfangs glaubten die Handweber noch, den Konkurrenzkampf mit der Maschine aufnehmen zu können. Aber bald zeigte sich ihre Überlegenheit. Sie versetzte dem Handgewerbe den Todesstoß. Da es noch keine soziale Gesetzgebung gab und außerdem Anfang des 19. Jahrhunderts einige Missernten eingefahren wurden, steigerte sich die Not der Weber und Spinner zur Verzweiflung.

Viele wanderten damals nach Amerika aus oder gingen als Kohlearbeiter in die aufblühenden Bergwerke des Ruhrgebietes. Einige wurden auch sogenannte "Hollandgänger". Sie marschierten für eine Sommersaison nach Holland und mähten dort Wiesen oder stachen Torf. Die Einwohnerzahl der Gemeinde Amshausen, die Anfang des 19. Jahrhunderts zwischen 400 und 500 lag, nahm durch die oben erwähnten Einflüsse in der Mitte des Jahrhunderts wieder ab.

Jahr 1817 1848 1871 1900 1939 1946 1961 1965
Einwohner 433 555 473 670 1197 1729 2234 3014
Tabelle: Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Amshausen


Die damalige Landwirtschaft war zu dieser Zeit noch nicht sehr ertragreich. Man trieb das Vieh während eines großen Teils des Jahres in die Heide und in die Holzungen, wo es sich sein Futter suchte. Die Milcherzeugung und der Düngerabfall waren deshalb nur gering. Da insbesondere - wie schon zuvor erwähnt - in der Sandebene der Boden nur von geringer Qualität war, lieferte er wegen der spärlichen Düngung nur dürftige Erträge. Man produzierte im wesentlichen nur für den eigenen Bedarf und für die Abgaben an die Grundherrschaft.


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Der allmähliche Aufstieg der Landwirtschaft

Es fehlte im 19. Jahrhundert jedoch nicht an Versuchen, die missliche Lage der Landwirtschaft zu verbessern. Insbesondere der erste Oberpräsident der Provinz Westfalen, von Vincke, hat sich um ihre Förderung verdient gemacht. Er schlug den Anbau von Futterpflanzen, wie Luzerne und Klee, reichliche Düngung des Bodens sowie bessere Ernährung des Viehs durch Stallfütterung vor. Das war um die Zeit, als sich Justus von Liebig mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Ackerbaus beschäftigte und die fundamentale Bedeutung der Düngung für das Pflanzenwachstum erkannte.

In der Folge setzte sich auch in Amshausen die Düngung der Ackerböden mit Stallmist und mit künstlichem Dünger allmählich durch. Die Erfolge waren insbesondere in der Sandebene beeindruckend. Die Erträge steigerten sich in einigen Jahrzehnten zum Beispiel bei Roggen um den Faktor 5 und bei Kartoffeln gar um den Faktor 7. Man produzierte jetzt weit über den eigenen Bedarf hinaus. So wird beispielsweise von Butterausfuhren nach Berlin berichtet. Der Name "Butterweg" erinnert daran.

Insbesondere nahm auch die Schweinezucht gegen Ende des 19. Jahrhunderts einen gewaltigen Aufschwung. Etwa um 1820 wurde die Erbuntertänigkeit der Bauern durch die damalige Regierung endgültig abgeschafft und das noch vorhandene gemeinsame Land . die sogenannten Marken - unter die nun freien Bauern verteilt.

Die neuen Besitzverhältnisse (Stand 1825) sind auf der 1944 angefertigten Schluckebier-Karte, benannt nach dem Architekten Richard Schluckebier, wiedergegeben. In Amshausen gab es zu dieser Zeit noch 4000 ha Heide und Gestrüpp, dem 100 ha Wald, 40 ha Wiesen und Weiden sowie 300 ha Ackerland gegenüberstanden.


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Das Aufblühen der Industrie

Ein gewaltiger Umbruch setzte in Amshausen gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein. Das war um die Zeit, als im Bielefelder und Haller Raum in großer Zahl Industriebetriebe gegründet wurden. Die Landarbeiter und Heuerlinge fanden dort Arbeit und wanderten aus der Landwirtschaft ab, so dass hier ein spürbarer Arbeitskräftemangel entstand.

Insbesondere die Eröffnung der Bahnstrecke von Bielefeld nach Osnabrück im Jahre 1886 förderte diese Entwicklung. Amshausen erlebte um diese Zeit eine weitere Besiedlungsphase. Zwischen 1900 und 1939 verdoppelte sich die Einwohnerzahl nahezu, wie aus der Tabelle auf der vorherigen Seite hervorgeht. Viele Industriearbeiter und Handwerker ließen sich in dem Raum zwischen B68 und Bahnlinie nieder, während das Bergland von dieser Entwicklung nahezu unberührt blieb.

Die Neugründungen waren häufig landwirtschaftliche Nebenerwerbssiedlungen. Man verdiente zwar seinen Lebensunterhalt als Industriearbeiter oder Handwerker, legte aber Wert darauf seine Nahrung weitgehend selbst zu erzeugen. Aus diesem Grunde waren die Grundstücke damals wesentlich größer (bis zu 2 ha), als wir es heute beim Erwerb von Bauland gewohnt sind.

Man baute vornehmlich Kartoffeln und Gemüse an, aber auch Getreide und Futterpflanzen, um Schweine zu mästen und um Ziegen, Kaninchen und Hühner füttern zu können. Die Tiere waren zumeist in einem kleinen Anbau unmittelbar am Hauptgebäude untergebracht. Dieser ist heute noch bei vielen Häusern, die Anfang dieses Jahrhunderts gebaut wurden, zu erkennen, hat aber jetzt eine völlig andere Funktion.

War das Bild der Gemeinde Amshausen etwa um die Jahrhundertwende herum noch ausschließlich von der Landwirtschaft geprägt, so änderte sich ihr Aussehen zusehends mit Beginn dieses Jahrhunderts, denn die Eröffnung der Bahnlinie bewirkte, dass auch in Amshausen selbst Industriebetriebe Fuß fassen konnten. Als erster eröffnete um 1890 das Kalkwerk "Teutoburg" am Großen Berg seinen Betrieb. Der Haller Willem brachte den für das Brennen des Kalkes notwendigen Koks heran und beförderte das fertige Produkt zu den Verbrauchern.

Ein Bild der Schachtofenanlage ist auf der Abb.2 zu erkennen. Auf Abb.3 erkennt man die "Teckelbahn", mit der das Gestein aus den Brüchen zum Ofen befördert wurde. Das Kalkwerk war bis 1965 in Betrieb.

Die Schachtofenanlage des Kalkwerkes -Teutoburg-
Abb.2: Die Schachtofenanlage des Kalkwerkes "Teutoburg"




Kipploren im Kalkwerk -Teutoburg-
Abb.3: Kipploren im Kalkwerk "Teutoburg"


Zwei weitere frühe Gründungen sind die Korn- und Steinhägerbrennereien Jückemöller an der Grenze zu Steinhagen und die Möbelfabrik Piel auf der Deterts Heide. Beide stammen aus dem Jahre 1897.

Während das Produkt der Firma Jückemöller wegen seines hohen Bekanntheits-grades wohl nicht näher beschrieben werden muss ("Nach des Tages Last und Hitze trink dir einen von Jückemöllers Fritze"), sei darauf hingewiesen, dass die Firma Gebr. Piel durch ihre Produktion von Kinderbetten und später auch Kindermöbeln eine ansehnliche Bedeutung erlangte.

Eine in der Vorkriegszeit wichtige Firma war auch die Leichtbauplattenfabrik Strothmann auf der Hasenheide (im Volksmund "Plattenbude" genannt). Sie stellte aus Zement und Holzfasern Platten von ca. 2 cm Wandstärke her, aus denen beispielsweise Geräteschuppen und Hühnerställe gebaut wurden. Kurz nach dem Kriege errichtete man sogar Wohnhäuser aus Leichtbauplatten.

Auch das Sägewerk Nierhoff, unmittelbar an der damaligen Chaussee von Brackwede nach Halle gelegen, gehörte zu den frühen Firmengründungen. Hinzu kamen eine Reihe von Handwerksbetrieben und kleineren Unternehmen, die zum Teil heute noch bestehen.


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Amshausen im Zweiten Weltkrieg

Die Jahre des Zweiten Weltkrieges waren für die kleine Gemeinde Amshausen ebenfalls eine Zeit gewaltiger Veränderungen, wenn auch unser Ort erst in den letzten Kriegstagen im April 1945 Kriegsschauplatz wurde.

Sofort nach Ausbruch des Krieges wurden Wirtschaft, Verkehr und Versorgung auf Kriegsverhältnisse umgestellt. Alle Angelegenheiten des täglichen Lebens wurden von der allgegenwärtigen "Partei" erfasst und straff durchorganisiert. Kaum jemand konnte sich ihrem Einfluss entziehen. Schon 1939 wurden Lebensmittelkarten eingeführt. Kein Korn durfte mehr an das Mastvieh verfüttert werden. Alles musste der menschlichen Ernährung zugeführt werden.

Sogenannte "Selbstversorger", das heißt, Familien, die etwas Landwirtschaft betrieben, erhielten praktisch kein Fleisch auf ihre Lebensmittelmarken. In der Erntezeit mussten Industriearbeiter, Jugendliche, Schüler und Gefangene bei der Einbringung der Ernte mithelfen. So selbstverständliche Dinge wie Fahrradreifen bekam man erst auf Antrag beim Amtsbürgermeister in Halle. Regelmäßig und mehrfach im Jahre wurde von verschiedenen Organisationen unter der Bevölkerung gesammelt. Neben Geld wurden vor allem Textilien, Metalle, Flaschen, Gläser, Papier und Knochen gesammelt. Noch halbwegs brauchbare Kleidung wurde auf dem Hof Nollmann in vielen Nähstunden wieder hergerichtet. Andere Textilien wurden zu Behelfsverbänden verarbeitet. Zu Weihnachten wurden gemeinsam Päckchen gepackt und an die Kriegsteilnehmer verschickt. Erstaunlich groß war die Opferbereitschaft der Amshausener selbst gegen Ende des Krieges, als es an allem mangelte.

Regelmäßig wurden auch sogenannte "Heldengedenktage" veranstaltet. Man traf sich dazu zum Beispiel unter der großen Raumannschen Eiche oder bei Vierschlingen und marschierte dann geschlossen zum Amshausener Ehrendenkmal neben der alten Schule.

Bereits vor dem Kriege wurden Luftschutzübungen durchgeführt und die Einrichtung von Luftschutzkellern betrieben. Die bereits 1939 verordnete "Verdunkelung" der Gebäude wurde jedoch nur mäßig befolgt. Doch das änderte sich schnell, als Mitte 1940 Fliegerangriffe in der Umgebung einsetzten. Im Juni schlug eine Fliegerbombe in der Nähe des Hofes Riewe ein, wenig später noch eine zwischen Hardeland und Hüllbrock. Es entstand glücklicherweise nur Sachschaden.

Auch späterhin blieb Amshausen von Bombenabwürfen weitgehend verschont, obwohl man am Hellberg eine Anlage errichtet hatte, die das Werksgelände der Ruhrstahlwerke vortäuschen sollte. Es standen dort eine Reihe von Bretterhäuschen, die mit nachts erleuchtetem Milchglas abgedeckt waren. Die Täuschung muss wohl schon bald erkannt worden sein. Häufig war jetzt in der Nacht Fliegeralarm. Doch die Flugzeuge flogen nur über Amshausen hinweg. Die Kinder durften dann am anderen Morgen eine Stunde später zur Schule kommen. (Auch solche Einzelheiten waren im totalitären Staat bis ins letzte geregelt.)

Doch auch die Naturgewalten erschwerten den Amshausenern das Leben:

Der Winter 1939/40 war sehr streng. Die Feldbestellung musste im November infolge Dauerfrostes abgebrochen werden. Im Januar und Februar gab es Schwierigkeiten bei der Kohleversorgung. Im November 1940 tobte ein heftiger Sturm in unserer Heimat, der gewaltige Schäden in den Wäldern anrichtete. Der Winter 1941/42 war ebenfalls hart. Bis zum Mai war kaum ein grüner Halm auf dem Feldern zu sehen. Der Sommer 1941 war verregnet. Infolge der Missernten mussten die Brot- und Fleischrationen gekürzt werden.

Bis Ende 1941 waren 164 Männer zum Kriegsdienst eingezogen worden. 1942 kamen noch 34 dazu. Gegen Ende des Jahres 1941 hatte Amshausen bereits 5 Gefallene zu beklagen.

Der Upheider Weg Anfang der vierziger Jahre. Man erkennt die Häuser Schukies, Voßmerbäumer, Düpper und Holzhäuser
Abb.4: Der Upheider Weg Anfang der vierziger Jahre. Man erkennt die Häuser Schukies, Voßmerbäumer, Düpper und Holzhäuser




Upheider Weg mit Bußberg im Hintergrund. Man beachte die damals noch kahle Kammregion des Bußberges
Abb.5: Upheider Weg mit Bußberg im Hintergrund. Man beachte die damals noch kahle Kammregion des Bußberges


Im Jahre 1943 kamen die ersten Flüchtlinge nach Amshausen (zumeist zu ihren Bekannten und Verwandten), denn ein Teil der deutschen Städte war bereits durch Luftangriffe schwer geschädigt. Die Wohnungsnot wuchs infolge der Bombardierungen. Einige Bielefelder Bürger schliefen inzwischen in Amshausen und stellten ihre Möbel und Wertsachen hier unter. Man plante in Amshausen den Bau von Behelfsheimen in großem Stil.

An der Grenze zu Künsebeck in der Nähe der Seligkeit wurde ein Russenlager eingerichtet. Die Insassen zogen bettelnd übers Land.

Im Jahre 1944 nahmen die Luftangriffe in unserer engeren Heimat beträchtlich zu. Tag für Tag heulten die Alarmsirenen. Doch die Flugzeuge donnerten nur über Amshausen hinweg. Im September und Oktober war ihr Ziel Bielefeld. Bereits am Tage stand eine dunkle Rauchwand hinter der Hünenburg. Die Feuerwehren der Umgebung rasten klingelnd nach Bielefeld. Die ganze Nacht leuchtete ein roter Feuerschein hinter dem Berge. Am anderen Morgen mussten alle verfügbaren Männer nach Bielefeld zum Aufräumen. Man erfuhr, dass die Altstadt weitgehend zerstört wurde.

Anfang Oktober erfolgte ein zweiter schwerer Angriff. Infolgedessen gab es in Amshausen 2 Wochen keinen Strom. Die Rüstungsbetriebe (in der "Likörbude" Schlichte und bei Niemann & Harde), wo Frauen und Männer sonst 60 Stunden in der Woche arbeiteten, standen still. In den Haushalten behalf man sich mit Kerzen, Petroleumlampen und Karbidlampen.

Laufend wurden Flüchtlinge zugewiesen und einquartiert. Ende 1944 waren bereits 410 Personen untergebracht. Bis März 1945 wurden es 534 (bei 1200 Einwohnern). Die meisten stammten aus Bielefeld. Das Zusammenleben gestaltete sich infolge der beengten Verhältnisse manchmal schwierig. Die Bauern konnten mit den "Städtern" nicht viel anfangen. Es erfolgten gelegentlich Beschlagnahmen von Wohnraum durch die Behörde.

Die Dinge des täglichen Lebens wurden knapp. Bezugsscheine wurden vom Amt Halle nur für "Ausgebombte" und "Evakuierte" ausgegeben. Stundenlang musste man für Kleinigkeiten anstehen. Zwar gab es in Amshausen noch keine Hungersnot wie in den Städten, doch die Lebensmittel wurden weiter rationiert. Die Brotration betrug Anfang 1945 pro Kopf und Tag 185 g (etwa 4 Schnitten). Bereits zugeteilte Kartoffeln mussten zum Teil zurückgegeben werden. Die Einbrüche bei den Bauern und den Lebensmittelgeschäften mehrten sich.

Bereits seit Ende 1944 verunsicherten Tiefflieger die Gegend. Sie rasten zumeist längs der Bahnlinie und feuerten auf Züge und wartende Reisende in den Bahnhöfen oder auch auf ackernde Landwirte. In Künsebeck gab es mehrere Tote!

Bis Ende 1944 hatte die Gemeinde Amshausen 38 Gefallene zu beklagen. 17 Kriegsteilnehmer waren als vermisst gemeldet.

Im Frühjahr 1945 rückte die Front deutlich näher. Stundenlang dröhnte der Kanonendonner in der Ohren. Auf der Straße marschierten riesige Kolonnen von Gefangenen, Zwangsarbeitern und Soldaten. Militärfahrzeuge, oft mit Holzvergaser ausgerüstet, rollten unaufhörlich bei Nacht durch Amshausen. Bei Vierschlingen, genauer gesagt an der Landbachbrücke, wurde eine Panzersperre errichtet.

Anfang April trafen die ersten Amerikaner in Steinhagen ein. Dort wurde stellenweise noch Widerstand geleistet. Es kam zu Kampfhandlungen. Das Gehöft Detert ging in Flammen auf. Es waren einige Tote zu beklagen. Auch an der Panzersperre bei Vierschlingen kam es noch zu einem kurzen Gefecht, als ein amerikanisches Nachschubfahrzeug, das mit Benzinkanistern beladen war, angegriffen wurde.

Die deutsche Truppe, die die Sperre besetzt hielt, löste sich noch am selben Tage auf. Überall aus den Häusern hingen weiße Tücher zum Zeichen der Kapitulation heraus. Obwohl danach in Amshausen praktisch keine Kampfhandlungen mehr stattfanden, versank unsere kleine Gemeinde damals fast im Chaos; denn täglich überfielen Banden die Bauernhöfe und Geschäfte und plünderten sie aus. Wer Widerstand leistete, wurde erschlagen. Besonders abgesehen hatten sie es auf Lebensmittel, Schnaps und Fahrräder. Ein großer Teil der Bandenmitglieder soll sich aus den Insassen des Künsebecker Lagers rekrutiert haben.


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Die Nachkriegszeit

Die Amerikaner, die Amshausen ab April 1945 besetzt hielten, zogen bald wieder ab. Dafür rückten Engländer nach. Unsere Heimat wurde der Britischen Militärverwaltung unterstellt. Wir gehörten zur "Britischen Zone". Die Engländer beschlagnahmten in Amshausen eine Reihe von besser ausgestatteten Häusern und quartierten dort für mehrer Jahre englische Familien ein.

Im Jahre 1946 nahm Amshausen eine Reihe von Heimatvertriebenen auf, die aus den deutschen Ostgebieten kamen. Sie wurden in Sonderzügen bis an die geräumige Halle der Westf. Zentralgenossenschaft in Künsebeck gebracht und von dort auf die verschiedenen Gemeinden verteilt. Der Kreis Halle hatte damals 54.000 Einwohner. Davon waren 19.000 = 35% Evakuierte und Vertriebene.

Die Nahrungsmittelknappheit war gewaltig. Es gab allerdings große Unterschiede zwischen Einheimischen und Flüchtlingen. Während die Bauern und die "Selbstversorger" - gemessen mit den damaligen Maßstäben - noch relativ gut dran waren, litten die anderen große Not. Damals wurde, da es an Getreide fehlte, in großer Zahl das schwer verträgliche "Maisbrot" gebacken. Fett und Fleisch waren ebenfalls große Mangelware. Aus diesem Grunde erlebte hier auf dem Lande die Schwarzschlachtung eine große Blütezeit.

Auch der Schwarzhandel stand hoch im Kurs. Für Lebensmittel konnte man hochwertige Güter erhalten, die wegen der fehlenden "Bezugsscheine" trotz vorhandenen Geldes nicht zu bekommen waren. Eine "Währung" spezieller Art stellte hier in Steinhagen und Amshausen der "Schluck" dar. Wer über ausreichende Mengen von Steinhäger verfügte, konnte praktisch alles bekommen, was er brauchte. Manch einer versuchte mit Hilfe von selbst hergestellten Apparaturen daraus den Alkohol abzudestillieren. Das Ergebnis wurde "Balkanbrand" genannt. Das Ganze war in mehrfacher Hinsicht ein nicht ungefährliches Unternehmen.

Damals war auch die Zeit der Hausierer und Tauscher. Viele Städter kamen aufs land, um Lebensmittel zu erbetteln oder solche gegen Hergabe von hochwertigen Gütern einzutauschen. Einen hohen Handelswert hatten auch Zigaretten, da brauchbare Rauchwaren praktisch nicht erhältlich waren. Es war üblich, die von den Besatzungstruppen weggeworfenen Kippen zu ramschen und daraus Zigaretten herzustellen.

Besonders fündig wurde man in den Zigeunerfichten, wo die Engländer regelmäßig Motorradrennen veranstalteten. Dort wurde auch das von ihnen weggeworfene, schneeweiße Weizenbrot aufgesucht, was unseren Mägen aber nicht so sehr mundete. Mancher Amshausener Bürger baute auch auf seinem Acker selbst Tabak an.

Es fehlte an den kleinen und großen Dingen des täglichen Lebens. Man entwickelte daher ein ungeahntes Improvisationstalent, um den Mangel auszugleichen. Beispielsweise setzte man in die Felgen der Fahrräder - damals ein bedeutender Besitz - Spiralfedern ein, da Bereifung nicht erhältlich war.

Diebstähle waren nach wie vor an der Tagesordnung. Man umschrieb diese Art der Beschaffung verharmlosend mit "Besorgen" und "Organisieren". Die Häufigkeit der Raubüberfälle, von denen im vorigen Kapitel berichtet wurde, hatte glücklicherweise nachgelassen. Sie hatten aber nie ganz aufgehört. Im Juni 1947, so berichtet die Zeitung, wurde der Hof Hülsmann in Oberamshausen überfallen und ein Einwohner erschossen. Die Täter wurden gefasst und von der Militärregierung zum Tode verurteilt.

Der Winter 1946/47 war sehr streng. Man heizte - sofern man einen Ofen hatte - mit "Schlammkohle" oder mit Fallholz, das man aus dem umgebenden Wäldern herausholte. Um diese Zeit war auf den Waldböden praktisch kein abgebrochener Ast mehr zu finden.

Der darauffolgende Sommer 1947 war heiß und trocken. Das Laub der Kartoffeln starb ab, bevor die Knollen reif geworden waren. Viele Bauern mussten ihr Vieh verkaufen, da sie kein Futter mehr hatten. Wegen der Diebstähle auf den Feldern wurden diese nachts bewacht und der Aufenthalt dort zwischen 22.00 und 06.00 Uhr untersagt.

Entsprechend verbreitet war die Unterernährung der Bevölkerung. Der Allgemeinzustand der Schulkinder musste von den Amtsärzten oft als "normal unterernährt" bezeichnet werden.

In diese Zeit fiel das segensreiche Wirken von Frau Dr. J. Mohaupt, die nach ihrer Flucht aus Dresden in den "Schlichte Häusern" eine ärztliche Praxis eröffnet hatte. Sie wurde von den Amshausenern als "Rucksacktante" bezeichnet, da sie ihre Patienten mit einem großen Rucksack auf dem Rücken , in dem sie ihre medizinischen Instrumente und Medikamente transportierte, im Sommer barfuß und im Winter zuweilen auf Skiern besuchte.

Eine große Rolle in der Nachkriegszeit spielte auch das "Entlassungslager" an der Grenze zu Künsebeck. Es ist aus dem zuvor erwähnten Russenlager hervor gegangen. Nachdem diese schon 1945 das Lager verlassen hatten, wurde es von den Militärbehörden zu einem Entlassungslager für Kriegsgefangene umgebaut. Manch ein Amshausener Kriegsteilnehmer hat nach entbehrungsreichen und schrecklichen Jahren hier erstmalig wieder heimatlichen Boden betreten. Einen erschütternden Anblick boten die aus russischer Gefangenschaft heimkehrenden Soldaten, wie ehemalige Lagerarbeiter berichten.


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Die fünfziger und sechziger Jahre

Mit der Währungsreform 1948 setzte auch in Amshausen der wirtschaftliche Aufschwung wieder ein. Jeder bekam ein "Kopfgeld" von 40,-- DM, und man wunderte sich, woher über Nacht all die vielen Auslagen in den Schaufenstern herkamen, die man lange entbehrt hatte und die höchstens auf dem Schwarzmarkt erhältlich waren.

In Amshausen setzt eine rege Bautätigkeit ein: Schon Ende der vierziger Jahre wird der untere Tiergarten besiedelt. Ein kleiner Teil der noch im Kriege in großer Zahl geplanten Behelfsheime wird dort noch erstellt. Zum größeren Teil entstehen aber schon "bessere" Häuser.

Um 1950 herum wird das Gelände an der neuen Schule (heute "Auf dem Kampe"), am oberen Upheider Weg und an der damaligen Rosenstraße bebaut. Mitte der fünfziger Jahre entsteht die große "Büker - Siedlung". In den sechziger Jahren folgen noch die Siedlungen "Ringstraße", "Deters - Heide", "Rote Erde" und "Lohfeld" nach. (Abb.6)

Bükersiedlung und Lohfeld - Siedlung aus der Luft. (freigegeben durch Reg. Präs. Münster unter Nr. 8726/82)
Abb.6: Bükersiedlung und Lohfeld - Siedlung aus der Luft. (freigegeben durch Reg. Präs. Münster unter Nr. 8726/82)




Viele Häuser entstanden mit einem großen Anteil an Eigenarbeit. Die Nachbarschaftshilfe war damals noch eine Ehrenpflicht. Wenn beispielweise eine Baugrube ausgehoben oder ein Dach eingedeckt werden musste, war es selbstverständlich, dass die Nachbarn (unentgeltlich) Hand mit anlegten.

Die Nachbarschaft hat übrigens in Westfalen eine lange Tradition. Sie wurde vor Jahrhunderten von Bauernfamilien gegründet, die einander bei schwierigen Arbeiten, die allein nicht auszuführen waren, wie zum Beispiel das Richten eines Hauses, halfen. Die kleinbäuerlichen Besitzer und schließlich auch die Industriearbeiter, die Anfang des 20. Jahrhunderts hier siedelten, übernahmen diese schöne und bewährte Sitte. Sie hat sich bei uns in Amshausen zum Teil bis in die heutige Zeit gehalten. Es ist auch üblich, seine Nachbarn bei größeren Familienfesten mit einzuladen. Ein zuverlässiger Nachbar wurde manchmal höher eingeschätzt als ein Verwandter.

Zeitgleich mit den vielen privaten Neubauten wurden in Amshausen mehrere Firmen neu gegründet oder schon bestehende vergrößert.

Die 1935 als Schlosserei in Bielefeld gegründete Firma August Hörmann hatte bereits 1942 ein größeres Gelände auf der Hasenheide erworben. In den Jahren 1945 und 1946 wurden dort die ersten Fabrikgebäude errichtet und mit der Produktion begonnen. Entsprechend den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Zeit - es gab kaum Material und Werkzeuge - wurden Dinge für den täglichen Bedarf herangestellt. Begehrt waren die Hörmannschen Bratpfannen, die aus Stahlblech gezogen wurden oder die "Bollerwagen", mit denen man beispielsweise Kohlen- und Kartoffelsäcke transportieren konnte.

Bereits hier zeigte sich der Ideenreichtum der Hörmannschen Ingenieure. Die Bollerwagen besaßen eine derart raffinierte Vorderachsenkonstruktion, wie sie nie wieder angetroffen wurde. Der raketenhafte Aufstieg der Firma erfolgte jedoch mit der Herstellung von Garagen - Deckentoren, den sogenannten "Berry - Toren". Entsprechend der Philosophie des damaligen Firmeninhabers, Hermann Hörmann: "Es bedarf einer völlig neuen Produktidee, die sich gegenüber dem Bekannten als überlegen erweist, und einer Fertigung unter technisch wie wirtschaftlich optimalen Bedingungen".

Die neue Idee war folgende: Statt der bisher üblichen Flügeltore öffnete sich das Berry-Tor nicht platzraubend zur Seite, sondern es schwang sich nach oben unter die Decke. Das erste Tor dieser Art wurde bereits 1953 hergestellt. Wegen der damals schon einsetzenden Motorisierungswelle und der regen Bautätigkeit war die Nachfrage gewaltig, und aus diesem Grunde wurden die Produktionsmethoden - und natürlich auch das Produkt - immer weiter verbessert. Schon bald wurden die Tore mittels rationeller Fertigungsstraßen hergestellt.

Hörmann entwickelte sich bald zur mit Abstand größten Firma in Amshausen. Das Gelände auf der Hasenheide reichte nicht mehr aus. Es wurden in den sechziger und siebziger Jahren mehrere Zweigfirmen - zum Teil auch in der näheren Umgebung (Brockhagen, Harsewinkel) - errichtet. Insgesamt sind es wohl 7 geworden.

Auf der Hasenheide ließen sich neben der schon seit 1905 bestehenden Kohlenhandlung Emil Strakeljahn noch zwei weitere Firmen aus der Stahlbranche nieder. Es waren die Kesselschmiede Czernik, die 1950 mit der Produktion von Stahlkesseln begann, und die Firma Steinhagener Stahlbau, Heinrich Müller. Letztere betätigte sich seit 1946 auf den Gebieten Stahlhochbau, Kranbahnen und Brücken- bau. An einem für die Firma ungewöhnlichen Auftrag soll hier erinnert werden: Sie bekam einmal den Auftrag, das größte Riesenrad der Welt herzustellen.

Die Firmen Hörmann, Czernik und Müller ließen sich 1954 einen Gleisanschluss an die Haller - Willem - Strecke legen, damit ihre "schwergewichtigen" Rohstoffe auf der Schiene herantransportiert werden konnten. Die Anlage wird auch heute noch regelmäßig benutzt. Morgens kann man beobachten, wie eine Kleinlok mit Mühe die zum Teil sechsachsigen Schwerlast - Güterwagen auf das Hörmann - Gelände drückt.

Kurz nach dem Kriege wurde die Firma Heinrich Brinkkötter gegründet, die auf dem Lebensmittelsektor tätig war. Nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Rohstoffe begann man dort zunächst mit der Produktion von "Rübenkraut", das in der Hauptsache als Brotaufstrich verwendet wurde. In Ermangelung von Butter oder Margarine wurde es oft unmittelbar auf die Brotscheiben aufgetragen. Dort tropfte es häufig infolge seiner flüssigen Konsistenz durch die Löcher hindurch auf die Hände, wenn man nicht schnell genug essen konnte. So wurde manche Brotmahlzeit zu einer klebrigen Angelegenheit.

Doch schon kurz nach der Währungsreform begann man damit, westfälische Fleisch- und Wurstwaren herzustellen. Brinkkötter wurde unter anderem der "Hoflieferant" der Firma H.C. König in Steinhagen. Sie lieferte den Schinken, der dann zusammen mit Steinhäger in Präsentpaketen in das gesamte Bundesgebiet und ins Ausland versandt wurde. Außerdem unterhielt Brinkkötter ein stark frequentiertes Ladengeschäft am Upheider Weg.

Eine Vorkriegsgründung (1937) ist das Sägewerk Dröge. Der Zimmermannsgeselle Erich Dröge übernahm damals das schon zuvor erwähnte Sägewerk Nierhoff (Brockmann). Nach seiner Meisterprüfung im Zimmerhandwerk 1939 wurde der Betrieb um eine Zimmerei erweitert. Während des Krieges musste der Betrieb ruhen, da sämtliche Belegschaftsmitglieder zum Kriegsdienst eingezogen waren. Im Oktober 1945 wurde jedoch die Produktion wieder aufgenommen, zunächst nur mit 3 Arbeitskräften. Doch infolge der regen Neubautätigkeiten gab es viel zu tun, und die Belegschaft wuchs schnell an.

Das unmittelbar an der B68 gelegene Firmengelände erwies sich bald als zu klein. Deshalb wurde schon im Jahre 1948 mit dem Aufbau des heutigen Betriebes an der Ascheloher Straße begonnen. Mit dem Holz, das die in den Fabrikräumen aufgestellten Sägegatter zuschneiden, werden die eigene Zimmerei versorgt und die umliegende Möbelindustrie beliefert.

In die Zeit der fünfziger Jahre fällt auch die Gründung einer Reihe von Handwerks-betrieben und Geschäften. Es war damals problemlos möglich, fast alle Güter des täglichen Lebens innerhalb der Grenzen Amshausens zu erwerben. Davon kann heute nicht mehr die Rede sein. In dieser Zeit war die Anzahl der Geschäfte auf eine Höhe geklettert, wie sie nie wieder erreicht wurde. Auf der nächsten Seite sind eine unvollständige Reihe von Anzeigen der damaligen Geschäfte und Betriebe wiedergegeben, die aus einer Tageszeitung der fünfziger Jahre entnommen wurden.

Dem heutigen "Mittelalter" der Amshausener Bevölkerung dürfte das Geschäftshaus Holzhäuser in lebendiger Erinnerung geblieben sein (siehe Abb.7). Es wurde von den Eheleuten Wilhelm und Herta Holzhäuser betrieben. Sie boten im wesentlichen Textil- und Schreibwaren sowie weitere Dinge des täglichen Bedarfs an.

Ansichtspostkarte von Amshausen aus den fünfziger Jahren
Abb.7: Ansichtspostkarte von Amshausen aus den fünfziger Jahren


Während Wilhelm zumeist mit Fahrrad und Koffer und im strengen Winter auch mit "Kopfhörer" über Land fuhr und seine Ware an der Haustür feilbot, betreute Herta das Ladengeschäft. Sie war - das kann man ohne Übertreibung sagen - der einzige Mensch auf der Welt, der sich dort im Warenlager auskannte und die vom Kunden verlangten Dinge auf Anhieb finden konnte, denn der Raum war für das riesige Warenangebot, das Holzhäusers bereithielten, viel zu klein. Selbst das Schlafzimmer, welches unmittelbar neben dem Laden lag, diente als Vorratslager.

Auch unter der Ladentheke lagen zur Ansicht für die Kunden Waren bereit. Diese waren für Frau Holzhäuser aber nur durch einen Sprung über den Tresen zu erreichen, den sie mehrmals in der Woche wagen musste.

Dem Geschäftshaus Holzhäuser schräg gegenüber liegt (auch heute noch) das Friseurgeschäft Walter Brinkkötter. (Abb.8) Es dürfte der "reiferen" Männerwelt Amshausens gut bekannt sein. Nachdem Walter Brinkkötter seine ersten Berufsjahre im Salon Kiel an der Bahnhofstraße absolviert hatte, richtete er sich Anfang der fünfziger Jahre zunächst zusammen mit Willy Litznau den kleinen Herrensalon an der B68 ein.

Walter Brinkkötter in seinem Herrensalon
Abb. 8: Walter Brinkkötter in seinem Herrensalon


Später betrieb er das Geschäft allein. Er erzählte immer voller Stolz, dass er in seiner besten Zeit "drei Köppe in der Stunde fertigkriegen" konnte. Heute ginge das nicht mehr, da die Männer zu selten den Friseur aufsuchten und das Haar aus diesem Grunde für einen schnellen Schnitt zu lang wäre. In seiner Freizeit züchtet er Kaninchen.

An dieser Stelle soll auch eines Mannes gedacht werden, der den alten Amshausenern unter dem Namen "Hanneforth`s Oorndt" ein Begriff war. (Abb.9) Es war Arnold Hanneforth, der mit seiner Frau Marie und seinen Kindern einen zum Hofe Raumann gehörenden Kotten an der Kaistraße bewohnte. Es war ein sehr vielseitiger Mann, der auf verschiedenen Gebieten tätig war. Sein Beruf war Hausschlachter, und deshalb war er in den vierziger und fünfziger Jahren ein gefragter Mann.

Es wurde schon in vorherigen Kapiteln darauf hingewiesen, dass man in Amshausen bestrebt war, seine Nahrung weitgehend selbst zu produzieren. Aus diesem Grunde wurden in vielen Haushalten Schweine gefüttert, die, wenn sie das nötige Gewicht erreicht hatten, von Arnold Hanneforth zu schmackhaften Würsten und Schinken verarbeitet wurden.

Kurz nach dem Kriege kam es auch schon einmal vor, dass ein Schwein, das "beim Treppesteigen gestürzt" war, "notgeschlachtet" werden musste.

Arnold Hanneforth dengelt seine Sense
Abb. 9a: Arnold Hanneforth dengelt seine Sense




Das Ehepaar Hanneforth feiert Diamantene Hochzeit
Abb.9b: Das Ehepaar Hanneforth feiert Diamantene Hochzeit


Arnold Hanneforth musste dann höllisch aufpassen, dass ihm der amtliche Fleischbeschauer, der bei der Mittagspause im Sägewerk Dröge neben ihm aß, nicht in die Düppe schauen konnte und feststellen musste, dass es bei Hanneforths schon wieder frisches Schweinefleisch gab.

Beide übten, um "über die Runden zu kommen", noch eine zweite Tätigkeit aus, der eine als Arbeiter auf dem Holzplatz bei Dröge und der andere als Holzfäller. Auf diesem Gebiet hatte sich Arnold Hanneforth eine große Erfahrung und Fertigkeit angeeignet. So manchen Baum hat er hier in Amshausen und auch im Sauerland für die Firma Dröge mit den Axt gefällt. Seine Spezialität waren jedoch das Roden und Zerteilen von Baumstubben. "Man mott`n lösskuiken" sagte er, setzte den Spaltkeil an der richtigen Stelle an und konnte mit wenigen Hammerschlägen den Stubben zerteilen.

Erwähnt werden muss auch noch seine Tätigkeit als Ziegenzüchter. Auf Hanneforths Anwesen war der einzige Ziegenbock Amshausens stationiert. Dessen Dienste waren sehr gefragt, denn die Ziege spielte in den Nebenerwerbshaushalten als Milchspender eine wichtige Rolle. Manch ein Schüler musste damals gelegentlich die Ziege des Hauses über die Haferbrede zerren oder die Kaistraße hochschieben - die Tiere waren zumeist nicht sehr lauffreudig -, damit sie nach einem Besuch bei Hanneforths Bock "melk" wurde.

Arnold Hanneforth war ein lustiger und geselliger Zeitgenosse, der jederzeit zu einem Scherz aufgelegt war. Im Gedächtnis geblieben sind seine Aussprüche, die er in gehobener Stimmung zu tun pflegte:

"Marie,loatt die de Hoor krüllen" oder "Herta, hahl de Muilruiben van`n Schappe harunner, ick will upspierln".

Drei Flaschen benötigte er, wenn er in der Nachkriegszeit zum Pickertbacken am Herd stand:
Die Petroleumflasche, um die "Latüchte" am Brennen zu halten, denn wegen der damals noch häufigen Stromausfälle war das elektrische Licht sehr unzuverlässig - dann die Ölflasche, damit der Pickert nicht am Pfannenboden festklebte - und schließlich die Schluckflasche wegen der fetthaltigen Luft, die die Kehle ausdörrte.

Im Gedächtnis geblieben ist auch die Großzügigkeit der Familie Hanneforth befreundeten Amshausenern gegenüber, denen es am Lebensnotwendigen mangelte.

Nach diesem Ausflug in den Bereich sehr persönlicher Erinnerungen soll nun zum Abschluss des Kapitels die weitere Entwicklung der Gemeinde Amshausen geschildert werden:
Die allgemeine Entwicklung, die auch Amshausen erfasste, kann in den fünfziger Jahren durch den Begriff "Wirtschaftswunder" gekennzeichnet werden.

Das zentrale Problem des Nahrungserwerbs, das in den vierziger Jahren im Vordergrund stand, kann jetzt als gelöst betrachtet werden. Man wendet sich anderen Dingen zu: Neue Möbel werden beschafft. Es beginnt das Zeitalter der "Nierentische" und "Musiktruhen". Das Fahrrad - früher ein kostbarer Besitz - büßt in seiner Bedeutung ein. Das mindeste, was man jetzt haben muss, ist ein "FmH" - ein Fahrrad mit Hilfsmotor. Schon etwas besser ist ein "Pättkenschnöber", ein Leichtmotorrad mit einem Hubraum von 98 cm³, oder eine "Lambretta", die ein großes Schutzschild hinter dem Vorderrad hatte, so dass man auch mit "Gutem Zeug" Motorradfahren kann.

Die fünfziger Jahre sind auch das Zeitalter der Kleinwagen: Messerschmidt - Kabinenroller, BMW - Isetta, Goggomobil, "Leukoplastbomber" und wie sie alle hießen. Dem gestiegenen Verkehrsbedürfnis trägt die Gemeinde Rechnung, indem sie die nur mit einer Kalkpacklage versehenen Gemeindestraßen asphaltieren lässt.

Mit dem Wechsel des Jahrzehnts werden auch die Amshausener Nächte heller. An allen wichtigen Verkehrswegen wird eine Straßenbeleuchtung eingerichtet. Ein großes (finanzielles) Problem ist für die Gemeinde die Entwässerung der Grundstücke. Hier müssen im Laufe der sechziger Jahre mehrere Millionen DM investiert werden, bis in Kooperation mit der Gemeinde Steinhagen eine Kanalisation für Amshausen fertiggestellt werden kann. Das Problem der Hauswasserversorgung ist nicht so gravierend, da alle Haushalte über eigene Anlagen verfügen. Es wurde daher erst später in Angriff genommen.

Einer Lösung bedurfte dagegen das Problem der Müllentsorgung. Während man früher - die "Wegwerfwelle" hatte Amshausen noch nicht erfasst - den geringen anfallenden Müll einfach "in den Busch schmiss" oder nach "Baumann`s Kuhle" (Auf dem Kampe) brachte, fuhr gegen Ende der fünfziger Jahre Friedel Hülsegge mit einem Pferdegespann durch die Gemeinde und entleerte die an den Straßen abgestellten Tonnen, Körbe, Pappkartons (nicht ganz staubfrei) in seinen Kastenwagen. Erst Jahre später wurden ein richtiges Müllfahrzeug und Mülleimer mit Deckel beschafft.

In das Jahr 1967 fällt ein Ereignis, das für das kirchliche Leben in der Gemeinde große Bedeutung hatte: Das Gemeindehaus an der Amshausener Straße wird eingeweiht. Erstmals haben die Kirchgänger in Amshausen einen eigenen Raum für ihre Gottesdienste. Vorher musste man sich mit mancherlei Provision begnügen. Früher, als die Mehrheit der Einwohner noch gut zu Fuß war, ging man nach Steinhagen oder Halle zur Kirche. Später wurden in der Schulaula Gottesdienste abgehalten.

Auch die Konfirmanden mussten bei Wind und Wetter nach Halle ins Martin - Luther - Haus zum kirchlichen Unterricht marschieren. Nur diejenigen Schüler, die östlich des Upheider Weges wohnten, waren etwas besser dran. Sie nahmen in Steinhagen am Konfirmationsunterricht teil; denn dieser Gemeindebezirk gehörte damals und auch heute noch zur Kirchengemeinde Steinhagen, während der überwiegende Teil von Amshausen nach Halle gehört.

Halle stellte auch die Seelsorger für Amshausen. Zusammen mit dem Gemeindehaus wurde in unserer Gemeinde ein Pfarrhaus errichtet, so dass seit dieser Zeit der Pastor auch in seiner Gemeinde wohnen kann.

Den älteren Einwohnern aus Amshausen dürfte Pastor Hoensch aus Halle noch in lebhafter Erinnerung geblieben sein. Dieser oder jene ist von ihm noch konfirmiert oder getraut worden. Er hieß im Volksmund - vermutlich wegen seiner lebhaften und anschaulichen Predigten - der "Himmelskomiker".

Damit kommt die Geschichte der selbständigen Gemeinde Amshausen allmählich zum Abschluss. Letzter Bürgermeister von Amshausen war Heinz Sickmann, der Nachfolger des unvergessenen Heinrich Ellermann wurde. Er hatte sich während seiner Amtszeit noch mit der kommunalen Wasserversorgung zu beschäftigen.

Zum 01. Januar 1973 wurde die Gemeinde Amshausen, die damals bereits über 3000 Einwohner hatte, im Zuge der kommunalen Neuordnung zusammen mit Brockhagen und Steinhagen zur Großgemeinde Steinhagen zusammengefasst.




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